Volker hört die Signale.

- Kommentar -

Die letzte Ausgabe der Campus Delicti war toll. Wirklich. Das meine ich ernst.

Auf sechs Seiten berichtet eine fleißige Pressereferentin über die Vollversammlung der Studierenden am 31. Januar. Okay, vieles ist falsch zitiert, aber das passiert halt wenn man drei Stunden Diskussion wiedergeben muss, aber insgesamt entsteht doch der Eindruck einer neutralen und umfassenden Berichterstattung.

Jedoch ist es faszinierend zu lesen, wie die Referentin mit Konjunktiv und Indikativ spielt, so dass ich mich dem Eindruck nicht verwehren kann, dass sie irgendwie die Meinung des AStA-Vorstands doch irgendwie glaubwürdiger und richtiger findet als die der kritischen Studierenden im Publikum der Vollversammlung.

Aber eigentlich will ich gar nicht näher auf die Feinheiten der deutschen Sprache und der literarischen Möglichkeiten zur politischen Manipulation eingehen.

Volker hört die Signale

Nein, ich will mich viel mehr mit der Berichterstattung zur Demonstration am vergangenen Dienstag befassen.

Endlich! Ein positives Zeichen aus dem AStA, ein Lichtblick am dunklen Horizont. Ein selbstkritischer Artikel von Volker S (vs). Bitte verzeih mir das Wortspiel in der Überschrift, dass ich aus der OASE geklaut habe! Ich habe höchsten Respekt vor dir. Du wagst es Kritik nicht nur an die angeblich faulen, stinkend-reichen, uninformierten, desinteressierten und unsozialen Studierenden Düsseldorfs zu richten. Nein, im Gegensatz zu anderen Redaktionsmitgliedern wagst du es den AStA-Vorstand zu kritisieren.

Wenig sinnvoll war es jedoch, die Demonstration erst auf der Vollversammlung anzukündigen, Plakate wurden gar erst Montag aufgehängt – eine schlecht geplante Aktion.

Du hast leider vollkommen recht.

Auf der im Anschluss an die Demonstration stattfindenden Senatssitzung wurde die Rücknahme der Studiengebühren beantragt. Des weiteren wurde eine vernünftige Mittelverteilung thematisiert. Zumindest das erste Ziel erweckt bei mündigen Menschen die Assoziationen unerreichbar und realitätsfremd.

In diesem Zusammenhang ist das richtig.

Abgesehen von der schwachen Beteiligung, aufgrund von mangelnder Information im Vorfeld, scheint die Bindung zwischen AStA und einem Gros der Studierenden über Jahre hinweg zu kranken: Viele Studierende stopfen Ankündigungen von vorn herein in die Schublade „blinder Aktionismus“ und „Populismus“. Natürlich ist diese Entwicklung bedauerlich, aber das Vertrauen der Studierenden leidet bei jeder demütigenden und überflüssig anmutenden Aktion.

Und von dieser Natur gab es in den letzten fünf Semestern reichlich.

Generell muss man sich Gedanken machen, wie eine Institution wie der AStA in Zeiten um sich greifender Politikverdrossenheit mehr Studierende mobilisieren kann.

Ach Volker, hättest du diese Worte doch während der Vollversammlung vorgetragen, eine demütigende Aktion wäre den Studierenden erspart worden. Ich hoffe der AStA Vorstand hört auf dich. Deinen Kommentar haben sie vielleicht in der Campus Delicti überlesen. Aber ich bin mir sicher mit dem Erscheinen auf AStAWatch wurde er auch von deinem Vorstand wahrgenommen. Vielleicht machen sich Tacer & Co. auch endlich mal Gedanken ob sie ihre Politik wie bislang fortsetzen können.

Dafür ein Dankeschön, dass mit der Aufforderung verbunden ist so weiter zu machen.