Wie man es besser macht (2)
Der AStA der FH Düsseldorf strengt sich in diesen Tagen richtig an. Am Donnerstag ist bei denen die wohl alles entscheidende Senatssitzung: Studiengebühren sollen eingeführt werden. Um die Mobilisierung dagegen läuft auf hochtouren. Am Samstag fand eine nette Aktion am Rheinufer statt:
Aktion gegen Studiengebühren
Am Samstag, den 17. März 2007 findet ab 11 Uhr eine Performance auf der Rheinpromenade in Düsseldorf zwischen
den Rheintreppen und dem Apollo statt. Sie wird von Studenten der Fachhochschule Düsseldorf durchgeführt und
richtet sich gegen die Studiengebühren. Hintergrund dieser Veranstaltung ist eine Senatssitzung, die vorraussichtlich
am 22. März abgehalten wird und bei der beschlossen werden soll, ob Studiengebühren an der FH Düsseldorf eingeführt
werden oder nicht.Mit dieser Performance soll vor allem ausgedrückt werden, dass bei den Studenten an der FH Düsseldorf ein deutliches
NEIN zu der Einführung von Studiengebühren vorherrscht. Darüber hinaus sollen Passanten, die nicht unbedingt direkt
betroffen sind, die Gelegenheit erhalten, endlich zu erkennen, dass völlig anders, als es das übliche Klischee zu suggerieren
scheint, die Studenten nicht im Geringsten untätig oder gar faul sind, sondern ganz im Gegenteil dazu bereit
sind, aktiv gegen das aktuelle Geschehen, das gegen ihre tiefsten Überzeugungen gerichtet ist, vorzugehen.
Bei dieser Performance wird eine bestimmte Anzahl von Studenten auf dem Boden der Rheinpromenade die Zahl 657
aufschreiben. Doch warum ausgerechnet diese Zahl?Nun, ganz einfach: Es ist die Summe, die sich daraus ergibt, wenn man den Betrag der Studiengebühren (500 €) mit
dem Betrag des jetzt schon vorhandenen Semesterbeitrages (157 €) addiert. Allerdings sollen die Leute nicht sofort erkennen,
um was es denn eigentlich genau geht. Vielmehr soll beim ersten Anblick dieser seltsamen Tätigkeit Neugierde
geweckt werden, um dem Passanten den Zugang zu dieser Thematik zu eröffnen. Sie sollen sich fragen, was das alles
soll und so dazu verleitet werden, eine Antwort auf diese brennende Frage finden zu wollen. Ein Wunsch, den jeder
Performer natürlich mit dem größten Vergnügen erfüllen wird.Bei dieser Performance wird Kreide benutzt. Sie soll das Verbindungsstück zwischen dem öffentlichen Raum, wo der
Akt stattfindet, und der FH, wo es zu der aktuellen prikären Situation gekommen ist, darstellen.
Wie man sich nun unschwer vorstellen kann, bedeutet die Performance auch eine nicht zu unterschätzende Anstrengung
für jeden einzelnen der beteiligten Performer, da eine Fläche von etwa 4800 m² bemalt werden soll. Dies soll
die Anstrengung versinnbildlichen, welche durch eine Einführung von Studiengebühren an der FH Düsseldorf auf den
größten Teil der Studenten zukommen würde. Schließlich muss dieser Betrag ersteinmal aufgebracht werden, was in
den meisten Fällen nur durch eine Beschäftigung neben dem ohnehin schon stressigen Studium zu erreichen sein wird.
Das Echo der Performance wird eine Strecke von etwa 300 Metern auf der Rheinpromenade sein, welche in einem
bestimmten Muster genau diese Zahl in Massen abzeichnen wird, die so viele Studenten an der FH Düsseldorf in eine
eher unsichere Zukunft blicken lässt: 657 €.