Offener Brief an den AStA der HHU Düsseldorf und die Redaktion von „campus delicti“

Folgendes hat mich heute erreicht. Ich kopiere es hier einfach mal rein:

Offener Brief an den AStA der HHU Düsseldorf und die Redaktion von „campus delicti“
(Betrifft: Letzteres)

Liebe Mitstudierende,

ich hatte soeben Gelegenheit, die aktuelle (PDF-)Online-Version des „Wochenmagazin(s) des AstA“ (Nr. 258, Dezember 2007)* zu studieren und fühle mich daraufhin bemüßigt, dazu folgenden Kommentar zu schreiben.

Meine subjektive Gesamteinschätzung vorweg: Diese Publikation hat m.E. das Niveau einer schlechteren Schülerzeitschrift, gemacht von unkritischen Mittelstuflern, und ist einer universitären Studierendenschaft und deren Vertretung nicht würdig.

Dieses harte Urteil möchte ich wie folgt begründen:

(1) Der Titel: „campus delicti“ – zu deutsch also „das Feld (oder meinethalben: der Campus“) des Verbrechens“. Was soll dies nun genau bedeuten? Wenn es darum ginge, diverse empörende bis nichtlegale Missstände an unserer Uni aufzudecken und anzuprangern, hätte der Titel womöglich seine Berechtigung; angesichts der Inhalte (s.u.) handelt es sich allerdings wohl eher um ein ziemlich unreflektiertes, mithin kindisches Wortspiel.

(2) Das Editorial: ein völlig hanebüchenes, unmetrisches und reimunsauberes, zudem mit Fehlern durchsetztes „Gedicht“ (Kotz(!)probe: …denn alle die Langeweile haben,/ finden hier ganz schöne Frage…“); überhaupt ist die Zahl der orthographischen Fehler im „cd“ bemerkenswert.

(3) Beitrag „Heiligabend“ (S.7): Ein völlig unkomischer und überflüssiger Artikel darüber, dass es Heiligabend immer so langweilig sei, weil im Fernsehen nur Wiederholungen kommen und die Geschäfte alle zu sind… es fogt das offenbar studierendengerechte Gegenmittel:

(4) „SPASS“ (S.10 – 14): Eine „tolle Doppelseite“ mit unoriginellen Kreuzworträtseln und einem Wörtersuchrätsel (die zu findenden Wörter sind daneben angegeben), ein seitenfüllendes Schneemann-Foto und dann ein ebenfalls seinengroßes „Bastelset Schneemann“ zum Ausschneiden, wie es auch im „Bussi-Bär“ oder anderen Vorschulpublikationen zu finden sein könnte – absolut ironiefrei… dazu noch die Auflösungen der Kreuzwort- und Wörtersuchrätsel;

(5) noch mehr „SPASS“ (S. 15): „Instant Snow“, soll heißen: Schneeflocken (= unförmge Kreise) zum Ausschneiden und In-die-Luft-werfen, wieder eine ganze Seite lang;

es folgen ein zwei Seiten langer, immerhin halbwegs informativer (wenn auch nicht gerade „wissenschaftlicher“) Bericht über internationale Neujahrsbräuche und –grüße sowie diverse Veranstaltungshinweise.

Es sei nicht verschwiegen, dass immerhin auf einer Seite (3) ein HHU-Thema (SP-Sitzungsbericht) und auf weiteren drei Seiten überregionale Uni-Themen abgehandelt wurden, dazu auf weiteren zwei Seiten nicht-unispezifische, allgemeinpolitische Beiträge erschienen (allerdings auch eher im Stile einer WZ-Nachricht: in augenfreundlichem Großdruck, mit großen Bildern und wenig Text). Tiefer schürfende politische Analysen finden sich allerdings nicht, und das finde ich persönlich blamabel und traurig.

Eine AstA-Publikation, die sich über weite Strecken wie eine Mischung aus Bastel- und Rätselheft liest und mit launig gemeinten Befindlichkeitsbeschreibungen garniert ist, mag zu einer Studierendenvertretung passen, die sich nur noch als Service- und Event-Agentur versteht. Ob damit aber wirklich den Interessen ihrer Klientel, eben der zuletzt arg gebeutelten Studierenden, gedient ist, die ja u.a. für diese 20 Seiten in 1.500er Auflage auch Studiengebühren [Anmerkung: Sie zahlen zwar keine Studiengebühren aber den Beitrag von knapp 10 EUR/Semester für den AStA] bezahlen, muss ich stark bezweifeln.

Mit komilitonischen Grüßen

Thomas Movtchaniouk, stud.phil.

*http://asta.uni-duesseldorf.de/wordpress/wp-content/uploads/2007/12/campusdelictinr258.pdf