Archiv der Kategorie 'Kommentar'

Der König ist Tod, lang lebe der König

Montag, Juli 7th, 2008

Nachdem ich heute erkannt worden bin, als der Typ von AStAWatch, fühle ich mich bemüßigt etwas zum Ausgang der SP-Wahlen zu schreiben. Falls ihr es noch nicht der AStA-Homepage oder bei FSL oder DIE PIRATENgelesen habt:

758 32,71% Fachschaftenliste: 6 Sitze
464 20,03% Jusos: 3 Sitze
436 18,82% LHG: 3 Sitze
259 11,18% Campus grün/IUL: 2 Sitze
166 7,16% Piraten: 1 Sitz
154 6,65% MSB: 1 Sitz
80 3,45% RCDS: 1 Sitz
2317 Gesamtstimmen
Wahlbeteiligung: 15,43%

Was bedeutet dieses Ergebnis? Die Fachschaftenliste hat derzeit die besten Möglichkeiten den AStA zu stellen. Denkbar sind folgende Koalitionen: FSL + Jusos, FSL + LHG, FSL + IUL, FSL + MSB + DIE PIRATEN, Jusos + LHG + IUL. Ein von der FSL vorgeschlagenes Modell mit MSB, DIE PIRATEN und RCDS wurde von den linken Gruppen bereits ausgeschlossen. Das “Querfront”-Modell würde vorsehen, dass Gebührengegner mit Gebührenbeführwortern zusammengehen sollten. Dieser verzweifelte Versuch des Fachschaftenliste zeigt nur die ganze Misere dieses Wahlergebnisses.

Die Fachschaftenliste möchte scheinbar nicht wieder mit Jusos und LHG zusammengehen, nachdem sie letztes Jahr schlechte Erfahrungen gemacht haben, wagen sich auf der anderen Seite aber nicht eine Minderheitenkoalition einzugehen. Offenbar aus Sorge, dass sich Jusos, LHG und IUL einig werden.

Zu campus:grün: Die Fusion mit der IUL schien schon im Vorfeld der Wahl wenig nachvollziehbar. Nun sind die Befürchtungen scheinbar erfüllt worden. Die beiden Sitze im Studierendenparlament haben Kandidaten der IUL (Internationele unabhängige Liste) und diese fühlen sich nunmehr nicht an die Vereinbarungen mit den Grünen gebunden.

Ich glaub ich stelle in der Konstituierdendensitzung am Freitag einen Antrag auf Neuwahlen : )

Der AStA und der Senat

Dienstag, Mai 27th, 2008

AStA-Vertreter setzen sich im Senat durch

Jubel. Womit setzten sich die AStA-Vertreter durch?

Im ersten Semester müssen weiterhin keine Studiengebühren an der HHU gezahlt werden!

Jubel. Aber es geht noch weiter.

Der Senat der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf hat auf seiner Sitzung am 20. Mai einen Vorschlag der Uni-Verwaltung abgelehnt, wonach Erstsemestler an der Heinrich-Heine-Universität in Zukunft wieder Studiengebühren in Höhe von 500 Euro hätten zahlen müssen.

Das wäre wirklich schlecht gewesen. Schlecht ist auch, als Germanistikstudent nicht den Unterschied zwischen ablehnen und vertagen zu kennen, denn die Abstimmung über den Vorschlag der Uni-Verwaltung wurde lediglich auf die nächste Senatssitzung vertagt, da bis dahin genauere Statistiken über Abbrecherzahlen an anderen Universitäten vorliegen werden. Also kann noch nicht einmal die Vertagung den AStA-Vertretern als Erfolg angerechnet werden.

Vertreter des AStA-Vorstandes mahnten in der Diskussion im Senat an, dass insbesondere die finanzielle und soziale Situation von Studierenden ausschlaggebend für für das Studium ist. Wer den Studierenden finanzielle Hürden in den Weg legt, erschwert die Aufnahme und den Verlauf eines Studiums massiv. Vor diesem Hintergrund wäre es unverantwortlich, eine positive Regelung wie die Studiengebührenfreiheit im ersten Semester wieder abzuschaffen.

Es ist auch unverantwortlich nichts gegen Studiengebühren zu tun außer “Bitte, bitte.” sagen.

Die Uni Düsseldorf ist die einzige Universität in NRW, in der das erste Semester beitragsfrei ist. Dies hat sich auch schon bei vielen AbiturientInnen herumgesprochen und zu einem Vorteil für die Heinrich-Heine-Universität entwickelt. Zuletzt hat die Universität vor einer Woche auf der Campus-Messe mit der Gebührenfreiheit im ersten Semester geworben.
Vor diesem Hintergrund wäre es schlicht unseriös, die Studiereninteressierten erst mit dem Versprechen der Gebührenfreiheit an die Universität zu holen, um sie dann doch im ersten Semester zahlen zu lassen.

Tja, da haben sich wohl die Professoren durchgesetzt, die im ersten Beitragsfreien Semester einen Wettbewerbsvorteil sehen oder?

“Die Studiengebührenfreiheit im ersten Semester ist richtig und ein großer Vorteil unserer Universität. Viele Studierenden haben in ihrem ersten Semester an der Heine-Uni von dieser Befreiung profitiert, dies soll auch in Zukunft so bleiben. Wir werden uns auch weiterhin für die generelle Abschaffung der Studiengebühren einsetzen und uns für eine sinnvolle und soziale Hochschul- und Studienfinanzierung engagieren”, so Philipp Tacer vom AStA-Vorstand.

Sicher tut ihr das.

Zeitdruck, Pannen und Fremde Federn

Freitag, März 28th, 2008

Folgende Mail wurde über den Uni-Verteiler geschickt:

Liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen,

wie euch bekannt ist, hat der AStA zum Sommersemester 2008 ein NRW-weites
Semesterticket eingeführt. Nähere Infos hierzu (und auch
zu vielen anderen Aktivitäten des AStA) findet ihr auf unserer Homepage:

www.asta-duesseldorf.de

Schaut einfach unter ‘Service’ in den Bereichen ‘Semesterticket’ und
‘Semesterticket FAQ’ vorbei. Auch den bereits in der Campus Delicti Nummer 262
erschienenen Artikel zum NRW-Semesterticket findet ihr auf der Homepage.

Das eigentliche Anliegen dieser Rundmail ist jedoch euch zu informieren:
Auf allen Fahrausweisen der Studierendenschaft der Heinrich-Heine-Universität
Düsseldorf steht der Satz “Freie Fahrt mit VRR-Verkehrsmitteln”. Lasst
euch davon nicht irritieren, denn es handelt sich trotzdem um ein NRW-Ticket.
Dieser Satz ist lediglich ein Überbleibsel des alten Tickets. Leider war es
uns und unserem Verhandlungspartner, der Rheinbahn, nicht mehr möglich in der
kurzen Verhandlungszeit, die wir hatten, diesen Satz abändern zu lassen. Zum
nächsten Semester wird er hoffentlich korrigiert sein.

Egal, was euch zum Beispiel ein Kontrolleur der DB erzählt, es handelt sich bei
eurem Fahrausweis um ein NRW-Ticket. Besteht darauf. Vergesst nur nicht euren
amtlichen Lichtbildausweis mit euch zu führen, denn sonst gilt euer Ticket
nicht.

Einen guten Start ins neue Sommersemester

Euer AStA-Semesterticketreferent Marc André Rosema

Es gibt ein Semesterticketreferat? Nein. Marc André Rosema ist Ökologie-Referent. Klingt aber irgendwie nach Körner-Fresser, oder?

Nun zum Thema: Nein, der AStA hat das NRW-Ticket nicht eingeführt. Es hat lediglich einen Vertrag mit den Verkehrverbünden abgeschlossen. Die Verhandlungen hat das Landes-ASten-Treffen geführt und nicht wie gerne mal von Marc André Rosema behauptet wird, der selbsternannte Semesterticket-Referent. Und diese Verhandlungen werden nicht erst seit gestern geführt sondern schon seit zwei Jahren. In sofern ist es auch nicht nachvollziehbar, weshalb er schreibt, dass es in der “kurzen” Verhandlungszeit nicht möglich war, den Aufdruck “Freie Fahrt mit VRR-Verkehrsmitteln” ändern zu lassen. Zwischen dem 12. Dezember (hier wurde im Studierendenparlament der Vertrag mit Verkehrsbetrieben und die Änderungs der Beitragsordnung beschlossen) und dem 15. Februar (Stichtag für die Rückmeldung) wird es doch möglich gewesen sein, die Ausweise ändern zu lassen. Ein ehrliches “Da haben wir gepennt.” wäre wesentlich sympathischer gewesen.

Es ist gut, dass man darüber informiert, dass man auf die Gültigkeit im gesamten NRW-Bereicht bestehen soll. Ich würde mir jedoch wünschen, dass der selbsternannte Semesterticket-Referent entsprechenden Forderungen bei der Bahn geltend macht. Es ist ja schön und gut, dass man keine 40 EUR fürs angebliche Schwarzfahren zahlen muss. Wenn man jedoch bei jeder Fahrt nach Köln damit rechnen muss die Blicke der restlichen BahnfahrerInnen auf sich zu ziehen, weil die Bahn-MitarbeiterInnen nicht entsprechend informiert worden sind, dann ist das ziemlich ärgerlich.

NRW-Ticket kommt. Basta!

Donnerstag, November 15th, 2007

Der AStA-Vorstand hat heute unter dem Punkt “Berichte des AStA-Vorstandes” berichtet, das im SP über das NRW-Studententicket entschieden werden soll. Die oppositionellen Parlamentarier merkten an, dass eine solche Entscheidung im Studierendenparlament sowohl unter demokratischen, als auch unter rechtlichen Gesichtspunkten höchst bedenklich ist.

Obwohl der AStA-Vorsitzende darauf hingewiesen hat, dass der Zeitpunkt ab dem eine Urabstimmung unmöglich wird, immer näher rückt, gab es einen Antrag zur Geschäftsordnung auf Schluss der Debatte. Dieser Antrag ist mit den Stimmen der AStA-Koalition angenommen worden.

Ein Dialog zum Thema NRW-Ticket ist nicht gewollt. Noch weniger gewollt ist aber anscheinend, dass dem AStA Kosten und Mühen entstehen.

Oooops, They Did It Again!

Montag, Juni 18th, 2007

Es wird munter plakatiert an der Uni. Gestern Abend hingen bereits die Plakate der Juso-Hochschulgruppe, die zusammen mit der Liberalen Hochschulgruppe den derzeitigen AStA-Vorstand stellen.

Kaum zu glauben aber wahr. Die Jusos fordern in ihren Plakaten die Abschaffung von Studiengebühren. Das sie jedoch nichts dafür tun wollen, dass die Studiengebühren abgeschafft werden schreiben sie natürlich nicht.

Von Boykott kein Wort. Statt dessen verwendet man Motive vom Vorjahr: „500 gute Gründe uns zu wählen.“ oder „Ich bin Studiengebühren.“ unter einem Foto des Rektors.

Es gilt genau darauf zu achten, was auf den Plakaten steht. Nur weil jemand gegen etwas ist, heißt es noch lange nicht, dass der/diejenige auch etwas dagegen unternehmen will. Dies gilt insbesondere für die Jusos.

LHG weicht von Position ab

Samstag, Juni 16th, 2007

Am Montag werden die meisten Studierenden von eine Flut an Plakaten und Transparenten erschlagen werden. Dann beginnt die Zeit in der für den Wahlkampf offiziell plakatiert werden darf.

Doch schon jetzt lassen sich teilweise die Programme ansehen. Die LHG, die derzeit in einer Koalition mit den Jusos den AStA-Vorstand stellt, hat ihr Programm für 2007 auf der Homepage.

Darin enthalten ist neben einigen irreführenden Äußerungen (z.B. hat keine Liste vor die Semesterbeitrage zu erhöhen) vor allem eine gravierende Meinungsänderung in Bezug auf Studiengebühren. Die LHG passt ihr Programm dem bisherigen Handeln im AStA an und lehnt die Erhebung von Studiengebühren nicht länger ab.

Meine Meinung nach ist diese Position völlig unakzeptabel. Jedoch muss man der Liberalen Hochschulgruppe für ihre neu entdeckte Ehrlichkeit (auch wenn die woanders noch verbesserungswürdig ist) ein großes Lob aussprechen.

Bleibt zu hoffen, dass die JuSos sich ein Beispiel an diesem Verhalten nehmen.

Das LHG-Programm für 2007
Zum Vergleich: Das Programm von 2006

Kommentar zu SP-Sitzung

Donnerstag, Mai 31st, 2007

Dreist, naiv, verantwortungslos, beängstigend und unfassbar populistisch. So könnte man die gestrige Entscheidung der AStA-Koalition beschreiben. Tatsächlich stellen diese Adjektive keine Untertreibung dar.

Was war passiert? Die Fachschaft Medizin plante seit Wochen eine Großveranstaltung. Unter dem Titel “Campus Alive” wird an diesem Samstag in sechs Lokalitäten auf und rund um den Campus allerlei musikalisches Geboten. Dahinter steckt die Idee, die Studenten-Kneipen in direkter Nähe zum Campus zu unterstützen. Ein Stück Campus-Kultur soll somit erhalten bzw. belebt werden.

Mit dieser Idee traten zwei Vertreter der Fachschaft Medizin bereits vor Wochen auf der FSVK auf und fragten nach Unterstützung. Bereits damals war die Finanzierung ein strittiges Thema. Die Fachschaft plante Kosten in Höhe von 18 000 EUR. Die Kosten wurden zwar auf 6000 reduziert, aber schon damals auf der FSVK bot Phillip Tacer von der JuSo Hochschulgruppe an, der AStA könne ja eine Ausfallbürgschaft übernehmen.

Richtig ernst wurde es aber erst gestern. Auf einer Dringlichkeitssitzung des Studierendenparlaments wurde drei Tage vor der Veranstaltung ein Antrag der Fachschaft Medizin gestellt, dass der AStA eine Bürgschaft in Höhe von 6000 EUR übernehmen solle.

Eine Bürgschaft in einer solchen Höhe ist in den letzten Jahren für keine andere Veranstaltung übernommen worden. Entsprechend sah auch die Antwort des AStA-Finanzreferenten auf die Frage aus, ob der Haushalt eine solche Bürgschaft zulassen würde. Er beantwortete dies mit einem klaren Nein. Wie sich im Laufe der Diskussion rausstellte hatte Tacer der Fachschaft die Bürgschaft vorgeschlagen. Dieser hat es aber offenbar nicht für nötig gehalten sich zu erkundigen ob dieses überhaupt möglich sei. Dem entsprechend war der Finanzreferent auch völlig unvorbereitet und konnte auch keine genaue Auskunft erteilen, wie viel der AStA leisten könne.

Davon ließen sich aber weder Phillip Tacer noch Rainer Matheisen (LHG) beeindrucken. Man solle nicht so pessimistisch sein. Man müsse positiv an die Sache rangehen. Es fehlten nur noch die Sätze “Nach mir die Sintflut!” und “Augen zu und durch.” in der Debatte.

Es war erschreckend mit anzusehen, wie sorglos die AStA-Koalition die Warnungen des AStA-Finanzreferenten einfach ignorierten. Man stelle sich vor, die Kanzlerin würde trotz der Ermahnung des Finanzministers Ausgaben verteidigen, die der Haushalt nicht hergeben. Die Presse würde so schnell über sie herfallen, dass sie innerhalb von zwei Wochen zurücktreten müsste. Im AStA ist dies offenbar anders. Es gibt kaum Öffentlichkeit. Zwar berichtete die Campus Delicti ein paar mal über Sitzungen des Studierendenparlaments, jedoch nur wenn sich der AStA positiv darstellen ließ oder die Opposition verunglimpfen.

Und so steht zu befürchten, dass solch verantwortungsloses handeln nicht nur nicht bestraft wird, sondern möglicherweise auch noch belohnt wird. Zum einen mangelt es an einer kritischen Öffentlichkeit, zum anderen war die antragstellende Fachschaft keine Kleine. Es war die Fachschaft Medizin, die beinahe eine gesamte Fakultät repräsentiert und ein eigenes Heft veröffentlicht. Bereits im letzten Jahr entschied das gute Abschneiden der JuSo-Hochschulgruppe in der Medizin die Wahlen. Ob es auch dieses Jahr so sein wird?

Vielleicht. Trotz ihrer Politik steht auch heute noch auf ihrer Homepage unter Punkt 4 ihres Programms:

Klar ist aber auch: Eine sparsame Haushaltsführung im AStA ist oberstes Gebot. Die aus den Zeiten finanzieller Sorglosigkeit stammenden AStA-Strukturen müssen auf den Prüfstand.

Es wird auch dieses Mal wieder Leute geben, die glaube die JuSo-Hochschulgruppe würde sich ihr eigenes Gebot halten.

Party statt Politik

Montag, April 2nd, 2007

campus-suckt.jpgWie bereits berichtet hat die letzte Vollversammlung der Studierenden beschlossen den AStA damit zu beauftragen, eine Boykott-Kampagne zum ersten Tag des Semesters zu starten.

Am 18. April soll eine erneute Vollversammlung stattfinden. Doch statt diese oder den Boykott zu bewerben ist die Uni voll mit Party-Plakaten des Stone. Auf den Plakaten droht verspricht der AStA-Vorstand mal wieder aufzulegen.

Das die Riesen-Plakate des Stone sämtliche Aufmerksamkeit von der Pharma-Party lenken und möglicherweise eine Fachschaft in finanzielle Bedrängnisse bringt, sei an dieser Stelle nur nebenbei erwähnt.

Volker hört die Signale.

Sonntag, Februar 11th, 2007

- Kommentar -

Die letzte Ausgabe der Campus Delicti war toll. Wirklich. Das meine ich ernst.

Auf sechs Seiten berichtet eine fleißige Pressereferentin über die Vollversammlung der Studierenden am 31. Januar. Okay, vieles ist falsch zitiert, aber das passiert halt wenn man drei Stunden Diskussion wiedergeben muss, aber insgesamt entsteht doch der Eindruck einer neutralen und umfassenden Berichterstattung.

Jedoch ist es faszinierend zu lesen, wie die Referentin mit Konjunktiv und Indikativ spielt, so dass ich mich dem Eindruck nicht verwehren kann, dass sie irgendwie die Meinung des AStA-Vorstands doch irgendwie glaubwürdiger und richtiger findet als die der kritischen Studierenden im Publikum der Vollversammlung.

Aber eigentlich will ich gar nicht näher auf die Feinheiten der deutschen Sprache und der literarischen Möglichkeiten zur politischen Manipulation eingehen.

Volker hört die Signale

Nein, ich will mich viel mehr mit der Berichterstattung zur Demonstration am vergangenen Dienstag befassen.

Endlich! Ein positives Zeichen aus dem AStA, ein Lichtblick am dunklen Horizont. Ein selbstkritischer Artikel von Volker S (vs). Bitte verzeih mir das Wortspiel in der Überschrift, dass ich aus der OASE geklaut habe! Ich habe höchsten Respekt vor dir. Du wagst es Kritik nicht nur an die angeblich faulen, stinkend-reichen, uninformierten, desinteressierten und unsozialen Studierenden Düsseldorfs zu richten. Nein, im Gegensatz zu anderen Redaktionsmitgliedern wagst du es den AStA-Vorstand zu kritisieren.

Wenig sinnvoll war es jedoch, die Demonstration erst auf der Vollversammlung anzukündigen, Plakate wurden gar erst Montag aufgehängt – eine schlecht geplante Aktion.

Du hast leider vollkommen recht.

Auf der im Anschluss an die Demonstration stattfindenden Senatssitzung wurde die Rücknahme der Studiengebühren beantragt. Des weiteren wurde eine vernünftige Mittelverteilung thematisiert. Zumindest das erste Ziel erweckt bei mündigen Menschen die Assoziationen unerreichbar und realitätsfremd.

In diesem Zusammenhang ist das richtig.

Abgesehen von der schwachen Beteiligung, aufgrund von mangelnder Information im Vorfeld, scheint die Bindung zwischen AStA und einem Gros der Studierenden über Jahre hinweg zu kranken: Viele Studierende stopfen Ankündigungen von vorn herein in die Schublade „blinder Aktionismus“ und „Populismus“. Natürlich ist diese Entwicklung bedauerlich, aber das Vertrauen der Studierenden leidet bei jeder demütigenden und überflüssig anmutenden Aktion.

Und von dieser Natur gab es in den letzten fünf Semestern reichlich.

Generell muss man sich Gedanken machen, wie eine Institution wie der AStA in Zeiten um sich greifender Politikverdrossenheit mehr Studierende mobilisieren kann.

Ach Volker, hättest du diese Worte doch während der Vollversammlung vorgetragen, eine demütigende Aktion wäre den Studierenden erspart worden. Ich hoffe der AStA Vorstand hört auf dich. Deinen Kommentar haben sie vielleicht in der Campus Delicti überlesen. Aber ich bin mir sicher mit dem Erscheinen auf AStAWatch wurde er auch von deinem Vorstand wahrgenommen. Vielleicht machen sich Tacer & Co. auch endlich mal Gedanken ob sie ihre Politik wie bislang fortsetzen können.

Dafür ein Dankeschön, dass mit der Aufforderung verbunden ist so weiter zu machen.

Populismus, Proteste und Probleme

Dienstag, Januar 23rd, 2007

Kommentar*
*Eigentlich sind viele Artikel Kommentare; nun werde ich sie auch als solche kennzeichnen.

In der Ausgabe der Campus Delicti vom Donnerstag dem 18. Januar wird AStA-Vorsitzender Philipp Tacer wie folgt zitiert:
„Gerade in der Auseinandersetzung um aus den Einschreibezahlen resultierenden Hörsaal- und Dozentenmangel konnten wir durch die Demonstration im November letzten Jahres zu Finanzspritzen in Höhe von 120.000 € für die Philosophische Fakultät […] bewegen. So haben wir den Rektor in die Defensive gebracht[…]“.

Das dies nicht der Fall ist, sondern dass die Gelder bereits eine Woche vor den ersten Demoaufrufen bewilligt worden, ist Tacer bekannt. AStAwatch berichtete bereits im November. Zudem wurde Tacer auf seine Behauptung bereits in einer der vergangenen SP-Sitzungen angesprochen, in denen er öffentlich zugab, dass die Gelder nicht auf Grund der Demo bewilligt worden sind.

Weiterhin heißt es: „Da die Arbeit der Fachschaften den Studierenden unmittelbar zu Gute kommt, unterstützen wir die Arbeit der Fachschaften in Zukunft finanziell stärker.“ Wann diese Zukunft sein soll, sagt er nicht. Allerdings wird der Eindruck erweckt, es sei das nächste Semester gemeint. Im aktuellen Haushaltsentwurf wurde allerdings der entsprechende Haushaltstitel gegenüber dem Vorjahr um 150 EUR verringert.

Tacer gegen Studiengebühren:
„Ich setze mich weiterhin für ein gebührenfreies Studium ein.“ Auf die Frage woran es läge, dass die Proteste gegen Studiengebühren fast eingeschlafen sind und ob er die Einführung praktisch akzeptiere antwortet Tacer so: „Natürlich akzeptiere ich die Einführung von Studiengebühren nicht. Weitere Proteste dagegen sind bereits in Planung: Neben Protestaktionen vor dem Rektorat wollen wir im Senat der Universität die Einführung der Studiengebühren nochmals zur Diskussion stellen.“
Später heißt es:
„Am 7. Februar planen wir vor der Senatssitzung der Universität eine Protestaktion um auf die Problematik der Studiengebühren hinzuweisen. Auf der Senatssitzung selbst werden wir beantragen, dass die Universität im Interesse ihrer Studierenden auf die Erhebung von Studiengebühren verzichtet.“

Tacer war derjenige, der die letzten zwei Semester versucht hat, die Studiengebühren „im Interesse der Studierenden“ verwenden zu lassen. Noch bevor diese beschlossen waren. Natürlich wurden seine Vorschläge vom Rektorat einfach übergangen. Dennoch hat er durch die Beteiligung an der Diskussion über den Verteilungsmodus der Studiengebühren, deren Einführung legitimiert und den Protest unglaubwürdig gemacht. Jetzt erscheint ein Interview (dessen AutorIn nicht angegeben ist) in dem er sich als den Retter der Studierendenschaft aufspielt.

Als im letzten Semester eine Grundsatzerklärung zu den Studiengebühren im Senat verabschiedet wurde, organisierte der AStA ebenfalls eine Demonstration vor dem Rektorat. Allerdings viel zu kurzfristig. Erst nachdem der damalige Layouter ungefragt Plakate auf gehangen hatte, wurde reagiert. Damals kamen ca. 250 Leute. Die Menschen verschafften sich Zugang zum Senatsraum. Die Sitzung hätte jederzeit durch die Anwesenden Studierenden zum Abbruch gebracht werden können. Jedoch forderten der AStA-Vorsitzende die Leute zur Ordnung auf. Dem wurde Folge geleistet in der Erwartung einer Strategie des AStAs.

Was damals nicht geholfen hat eine Entscheidung zu verhindern, soll jetzt auf einmal helfen die Entscheidung wieder zurückzunehmen? Was für Leute können so etwas glauben? Niemand. Jedoch gibt es viele Erstsemester Studierende die nichts von der Vorgeschichte um die Einführung von Studiengebühren wissen und sich tatsächlich Hoffnungen machen könnten. Diese Leuten will der aktuelle AStA als Wähler für die nächsten SP-Wahlen gewinnen. Das von diesen aktiven Studierenden nach dem frustrierenden Erlebnis einer völlig sinnlosen Demonstration für zukünftige richtig geplante Demonstrationen nicht mehr zur Verfügung stehen werden nimmt der AStA offenbar billigend in Kauf.

Hier manifestiert sich mal wieder die Attitüde des AStA-Vorstandes in dem die eigene Profilierung über alles geht.