Archiv für Oktober 2006

Der neue AStA und das Bier

Samstag, Oktober 28th, 2006

Tacer mit Gatz-Flasche.Sicher soll AStAwatch keine Plattform sein, um die Trinkgewohnheiten einzelner AStA-Mitglieder zu thematisieren. Doch wenn dessen Vorsitzender Philipp Tacer (JuSo-HSG) auf einer von Journalisten verhältnismäßig gut besuchten Studierenden-Demonstration mit einer Bierflasche in der Hand fotografiert wird, dann rückt dies in den Fokus des studentischen Interesses.

Ich will um Gottes-Willen (bin und bleibe trotz dieser Redewendung Atheist) niemandem vorschreiben, wann man, wie, welche Sorten von Getränken trinken sollte. Auch bin ich kein militanter Anti-Alkoholiker. Von mir aus kann er sich jeden Tag im Vorstands-Zimmer mit seinen JuSos die Hucke voll saufen. Aber wenn man wie Herr Tacer ein erfahrener Kommunal- und Hochschul-Politiker ist, dann sollte man ein Bewusstsein entwickelt haben, wie das Bild eines trinkenden Studenten in der Öffentlichkeit wirkt.

Er bietet der Konservativen Presse einen Aufhänger, um die Ernsthaftigkeit einer studentischen Demonstration glaubwürdig in Frage stellen zu können. Dabei erweckten die Anwesenden Demonstranten nicht den Eindruck, sie wollten sich an einer Spaß-Veranstaltung beteiligen. Es ging am 25. Oktober in Düsseldorf darum den ernst gemeinten Protest gegen das Hochschulfreiheits-Gesetz (HFG) laut zu artikulieren. Dieses stellt einen dramatischen Angriff auf die Demokratie an den Hochschulen, sowie auf die Freiheit der Lehre und der Forschung dar.

Kein Bier vor vier!

Was denkt sich ein Herr Tacer dabei, wenn er die Regel kein Alkohol auf Demos verletzt? Denkt er überhaupt? Oder denkt er vielleicht: “Schade, das so wenige Leute hier sind. Hätte ich mal richtig Plakatieren gehen sollen?”

Was Tacer denkt, ist Spekulation. Tatsache ist aber, dass er sich in seinem neuen AStA in „guter“ Gesellschaft befindet. Auch sein Stellvertreter Rainer Matheisen hat kann sich bei Demos nicht zusammenreißen, und aufs Bier verzichten.

Nicht nur am Dienstag war er mit Bierflasche anzutreffen. Bereits auf einer Demonstration gegen das HfG am 16. Mai in Düsseldorf fiel er durch Biertrinken auf. Wenigstens kann man ihm zu Gute halten, dass er nicht wählerisch ist. Immerhin ist er von Frankenheim auf Gatz umgestiegen.

„Deine Ausreden kenn’ ich“

Bevor ich es vergesse: Versucht ja nicht Euer Verhalten damit zu entschuldigen, dass die Versammlung offiziell vom Versammlungsleiter aufgelöst worden ist, und dass Ihr somit in eurer Freizeit machen könnt was ihr wollt. Die Studis, die Polizei und die Fotografen mit den Teleobjektiven waren noch da. Und zu dem noch das Kamerateam von RTL direkt hinter Euch.

In diesem Sinne bleibt mir nur noch übrig zu hoffen, den Herren Tacer und Matheisen eine kleine Lektion im Umgang mit Medien erteilt zu haben, und dass wir die einzigen sind, die sie in Zukunft mit Bier in der Hand ablichten.

Tacer mit Gatz-Flasche.